Geschichte

Unsere Institution hat die österreichische und internationale Entwicklung von angewandter und bildender Kunst, von Design und Architektur mitgeprägt. Die heutige Universität für angewandte Kunst Wien, die 1867 als kaiserlich-königliche Kunstgewerbeschule in der Hauptstadt der Donaumonarchie gegründet wurde, verfügt über eine Sammlung, die diese Entwicklung dokumentiert. Kunstsammlung und Archiv bilden das kulturelle Gedächtnis unserer Universität und tragen wesentlich zu ihrer Identitätsbildung bei.

Um 1900 gehörte die Kunstgewerbeschule zu den Kristallisationspunkten des Wiener Jugendstils. Zudem wurden seit jeher historische Kostüme für Unterrichtszwecke gesammelt, dokumentiert und aufbewahrt. Die Anfänge unserer Sammlungsbestände gehen bereits auf diese Zeit zurück. 1963 beschloss die damalige Akademie für angewandte Kunst die "Errichtung von Dokumentationen und Sammlungen", unter Rektor Johannes Spalt wurde 1978 das Hochschularchiv auf eine wissenschaftliche Basis gestellt. Während des Rektorats von Oswald Oberhuber wurden ab 1979 verstärkt Kunstwerke erworben. Die heutige Verbindung von Kunstsammlung und historischer Dokumentation wurde unter Dr. Erika Patka etabliert (Sammlungsleitung von 1980 bis 2004), wobei auch das Oskar-Kokoschka-Zentrum ins Leben gerufen wurde.

Unter Rektor Gerald Bast wurde 2004 die historisch bedeutende "Sammlung Kostüm und Mode" des Hauses mit ihren 5500 Objekten in den Bestand der Hauptsammlung integriert. Seit 2004 verstehen sich Kunstsammlung und Archiv unter der Leitung des Kunsthistorikers Patrick Werkner als eine Forschungsinstitution, die mit Ausstellungen, Publikationen, dem Ausbau der Datenbank und Kooperationsprojekten die Geschichte und Gegenwart der Angewandten dokumentiert und vermittelt. Die Identität unserer Universität kann dadurch historisch befragt und in Bezug auf Aktualitäten jeweils neu definiert werden.

 

Der Sammlungsbestand umfasst rund 60.000 Objekte aus allen Bereichen der bildenden und angewandten Kunst, aus Design und Architektur, sowie Archivmaterial zu den ehemaligen Studierenden und Lehrenden. Der konsequente weitere Ausbau der Sammlung wird im Hinblick auf die zeitgenössischen Entwicklungen in Kunst, Design und Architektur verfolgt.

 

Der jüngste Schritt in der Geschichte von Kunstsammlung und Archiv erfolgte mit der Erwerbung des Nachlasses des austroamerikanischen Designers Victor Papanek, Autor des in 20 Sprachen übersetzten Klassikers „Design for the Real World“. Sein Nachlass wird derzeit systematisiert, mit dem Ziel, ein lebendiges, insbesondere dem „social design“ verpflichtetes Zentrum innerhalb der Universität zu etablieren.

 

Mit Senatsbeschluss vom Dezember 2010 wurden Kunstsammlung und Archiv der Universität für angewandte Kunst dem Bereich „Lehre, Kunstentwicklung, Forschung“ neu zugeordnet, nachdem unsere Abteilung zuvor dem Bereich Planung/Service/Verwaltung angehört hatte. Damit wurde einer längeren Entwicklung Rechnung getragen, deren Schwerpunkt im Forschen und Dokumentieren/Sammeln sowie in Lehre/Publikationen liegt.
Geschichte
KunstgewerbeschuleK.K. Österreichisches Museum für Kunst und Industrie und Kunstgewerbeschule