Geschichte
 
In der Fachschule für Zeichnen und Malen der Wiener Kunstgewerbeschule wurde von Anfang an „Costümmalerei“ betrieben, bis 1900 geprägt durch die Formensprache des Historismus bzw. Orientalismus.
Die Historienmaler sammelten selbst Originalkostüme, ließen Kostümstücke rekonstruieren und brachten selbst viele orientalische Kleidungsstücke und europäische Trachten in die Sammlung ein, die als reiche Vorbildquelle für den Malerei-Unterricht fungierten.
1899/1900 findet an der Kunstgewerbeschule eine einschneidende Reform statt: als Professoren werden fast ausschließlich Avantgarde-Künstler der neugegründeten Wiener Secession berufen wie etwa Josef Hoffmann, Koloman Moser oder Alfred Roller, der von 1909-1934 Direktor der Schule ist und für die Kostümsammlung eine bedeutende Rolle spielt. Aufgrund  seiner Initiative kommt es zu einer Sanierung und umfassenden Inventarisierung der Sammlung. Die Textil-, Teppich- und Gobelinspezialistin Rosalia Rothansl übernimmt deren Verwaltung und Pflege.
Unter Roller erfolgt auch eine Annährung von Kunstgewerbeschule und -museum 
(dem heutigen MAK), die der Trennung der beiden Institutionen von 1900 wieder gegensteuert, sowie eine enge Verbindung mit der Wiener Werkstätte. 1912/13 beginnt er den Sonderkurs „Vom Sinn der Kleidung“, der bis 1933/34 Teil des Vorlesungsangebots ist, und in dem Kleidungsstücke aus der Sammlung direkt im Unterricht verwendet werden.
Während des Zweiten Weltkrieges kommt es durch einen Bombentreffer und Plünderungen zum Verlust zahlreicher Objekte und des alten Inventarbuchs.
1953 beschließt die damalige Akademie für angewandte Kunst, die Kostümsammlung  unter Leitung der Modedesignerin und Kostümbildnerin Elli Rolf zu erhalten und zu erschließen. 1958 wird das Seminar (später Institut) für allgemeine Kostümkunde gegründet, als dessen Vorstand sie fungiert, ab 1965 ist Rolf auch die Leiterin der neugegründeten Meisterklasse für Bühnenkostüm.
Das Institut wird als Lehrmittelsammlung genutzt, die Objekte z.T. den Studierenden auch angezogen und dabei fotografisch dokumentiert. Nach der Emeritierung Rolfs durchlebt das Institut bzw. die Abteilung für Kostümkunde - angebunden an verschiedene Lehrkanzeln - eine wechselvolle Geschichte, bis es im März 2004 mit Kunstsammlung und Archiv der „Angewandten“ (Leitung:Patrick Werkner) fusioniert wird. Mit dem neuen Namen Kostüm- und Modesammlung behält die Institution weiterhin eine eigene Identität und wird seit Jänner 2005 von Elisabeth Frottier geleitet.
Heute versteht sie sich als hochqualifiziertes „University Museum“ auf dem Sektor Bekleidung. Die Sammlungsobjekte dürfen nun nicht mehr angezogen werden und ihre Lagerung und Verwaltung erfolgt nach konservatorischen Richtlinien und mit textilrestauratorischer Betreuung. Sie ermöglichen aber eine optimale objektbasierte Forschung und dokumentieren die Geschichte der „Angewandten“ zum Thema Kostüm und Mode. Als Leihgaben für internationale Ausstellungen sehr gefragt, werden die Objekte auch in eigenen Ausstellungen und Publikationen themenspezifisch der Öffentlichkeit präsentiert.
Geschichte
Blick in die Sammlung 2Blick in die Sammlung, Foto: Carmen Bock
Blick in die Sammlung, Foto: C. Bock